Donnerstag, 31. Dezember 2009

Silvesterfieber

Endlich geschafft! Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir haben gerade 23:37 Uhr am 31.12.2009 und ich schaffe es noch rechtzeitig, einen kleinen Jahresabschlussartikel zu schreiben.

Wir befinden uns alle im Silvesterfieber. Allen voran unser kleiner Henry, der seit gestern Abend mit erhöhter Temperatur darauf wartet, dass ein oder zwei neue Zähnchen die Welt erblicken. So haben wir uns die letzte Nacht ganz arg um ihn gekümmert und irgendwie trotzdem versucht, einigermaßen zu schlafen. Es muss für so einen kleinen Menschen schon besonders schlimm sein, wenn die Zähne rauskommen wollen. So wie momentan haben wir Henry jedenfalls noch nicht leiden sehen.

Aber nach viel Bespaßung und einem feinen Mittagessen (Suppennudeln mit Karotten, Blumenkohl und Würstchen) hat er es dann doch noch geschafft, in seinen Mittagsschlaf zu finden. Gerade rechtzeitig gegen 14 Uhr, als irgendwelche Knallköpfe aus der Nachbarschaft damit angefangen haben, ihre ersten Böller zu zünden. Man verliert als Eltern doch ein gutes Stück seiner Toleranz. Aber man kann ja nichts machen und es nützt auch nichts, sich aufzuregen. Die Knallköpfe haben übrigens vor einer halben Stunde aufgehört mit der Ballerei - vermutlich haben sie in den letzten 9 Stunden schon ihr ganzes Pulver verschossen.

Noch 12 Minuten bis Mitternacht, dann werde ich zu Henry ins Zimmer und ihm beistehen, wenn die Knallerei von allen Seiten losgeht. Also irgendwie ändert sich mit Kinden wirklich alles. Und nein, man kann sich das vorher tatsächlich nicht vorstellen. Aber trotzdem ist es das Schönste der Welt. Und nein, man kann das niemandem vermitteln, der selbst keine Kinder hat.

Nun denn, ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch (gleich ist es soweit) und viel Spaß, Vergnügen, Erfolg und Gesundheit in 2010.

Oh, die ersten Donnerschläge waren gerade zu hören, Henry wird schon wach, ich muss weg... Wir melden uns wieder, wenn die neuen Zähne zu sehen sind. Also spätestens nächstes Jahr!

Tip des Tages: mit kleinen Kindern rechtzeitig die Flucht ergreifen und über Silvester abhauen in eine abgelegene Hütte in den Schweizer Alpen, dann braucht man sich vor nichts zu fürchten.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Mein Freund der Staubsauger



Ist es nicht schön, wenn die eigenen Kinder bei der Hausarbeit behilflich sein wollen? Henry's bester Freund ist der Staubsauger. Wann immer das typische Geräusch der Staubsaugerdüse aktiviert wird, horcht Henry auf und macht sich schnurstracks auf den Weg. Er krabbelt wie ein Wilder über alle Hindernisse hinweg und macht mittlerweile sogar unsere Schiebetür auf, um zu seinem roten, lauten Spielgefährten zu gelangen.

Und spätestens, wenn der Staubsauger plötzlich aufhört, zu saugen, weiß man, dass Henry ihn erreicht hat. Dort angekommen, wird zunächst nämlich das Stromkabel auf Funktionstüchtigkeit geprüft. Sollte sich der Stecker in der Wand auf Henry's erreichbarer Höhe befinden, dann kann sofort getestet werden, ob der Staubsauger nach Ziehen des Steckers auch wirklich ausgeht.



Danach sind die Bedienelemente des Staubsaugers zu untersuchen. "Kann Mama weitersaugen, wenn ich den Regler ganz nach links schiebe? Und warum wird mein Freund dann so leise?" Auch das regelmäßige Ausschalten muss immer wieder getestet werden, dann sagen Papa und Mama nämlich immer: "Ja toll, Henry, super gemacht. Und jetzt wieder einschalten. ... Henry, hallo, ja genau da drücken, huhu, ja, da musst du mal drücken, nein, schau mal hier, ja kräftig drücken, nochmal, mit mehr Kraft, Henry?, schau, ich zeig's Dir nochmal."

Einen Riesenspaß hat Henry momentan dabei, sich vom Staubsauger die Haare fönen zu lassen. Das funktioniert sogar, wenn der Staubsauger sich langsam vorwärts bewegt: Henry stellt sich dann auf die Beine, hält sich am Staubsauger fest und wackelt ihm langsam und unsicher hinterher.

Tip des Tages: Kinder können nicht früh genug anfangen, den Haushalt sauber zu halten, also muss man dieses Interesse tatkräftig unterstützen.

Wir wünschen allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und verbleiben mit vielen Grüßen,
Henry, Mama und Papa Bleß

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Ständiges Singen



Während meiner Jugend konnte ich anhand zweier ausgeprägter Beispiele feststellen, dass evangelische Pfarrersfrauen ständig mit fröhlichem Gesang durch die Welt radeln. Nun muss ich heute feststellen, dass meine Frau und ich mittlerweile genau das gleiche tun - aber eher in einer privaten Heimlichkeit, die auch katholische Pfarrersfrauen gezwungenermaßen an den Tag legen müssen.

Wenn wir uns mit Henry beschäftigen, verfallen wir fast immer augenblicklich in spontane Gesangskünste. Alles wird besungen: die volle Windel, der Abendbrei, das Zubettgehen, das Aus- und Anziehen, die Spaziervorbereitung und natürlich das auf-dem-Arm-durch-die-Wohnung-tragen. Aber nicht nur das. Da hätten wir nämlich noch das Kochen, das hinter-der-Ecke-"Kuckuck"-Sagen, das allgemeine Huldigen unseres tollen Sohnes und der Wachhalteversuch beim abendlichen Heimweg im Auto.

Backe, Backe Kuchen,
der Bäcker hat gerufen,
wer will feinen Kuchen backen,
der muß haben sieben Sachen:
Eier und Salz,
Butter und Schmalz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gehl,
Schieb, schieb in den Ofen rein.

Das ist eines von Henrys Lieblingsliedern, weil Mama und Papa dazu so schön klatschen können. Unser Henry ist nämlich mit seinen 10 Monaten noch der Meinung, dass man selbst nicht unbedingt klatschen muss, wenn das die anderen doch machen.

Tip des Tages: öfter mal ein schönes Lied singen - das entspannt, macht fröhlich und zaubert bei Kindern meistens ein Lachen ins Gesicht.

Freitag, 4. Dezember 2009

Väter-Pekip

Da meine Frau glücklicherweise Vollzeitmutter ist, hat sie so viel Tagesfreizeit, dass sie gar nicht weiß, was sie neben wickeln, spielen mit Henry, Essen kochen, füttern, putzen, spülen, waschen und einkaufen noch alles machen könnte. Damit solchen Müttern also nicht zu langweilig wird und die Kleinen auch etwas Abwechslung erhalten, wurden solche Dinge wie Baby-Massage, Baby-Schwimmen und Pekip erfunden.


Baby-Massage haben Henry und meine Frau schon durch, Baby-Schwimmen liegt zeitlich zu ungünstig, also ist Pekip seit geraumer Zeit das Abwechslungsprogramm. Für alle Unwissenden, hier zur Erklärung ein Auszug aus Wikipedia:
Das Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) ist ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im ersten Lebensjahr, das im Rahmen einer Krabbelgruppe den Prozess des Zueinanderfindens unterstützen soll und auf eine Frühförderung der Babys sowie einen Erfahrungsaustausch der Eltern abzielt.
Jeden Montag treffen sich acht Mütter mit ihren Kleinen für 90 Minuten zum Pekip. Und wir Väter müssen arbeiten und bekommen wie so oft überhaupt nicht mit, was da eigentlich alles passiert. Aus diesem Grund haben sich die Mamas überlegt, dass doch ein Väter-Pekip-Samstag eine tolle Idee sei - und schon war dieses Unterfangen beschlossen.


Die Väter wurden gefragt und fanden die Idee so gut, dass der Termin nach kurzer Zeit feststand. Und so kam es, dass ich vorletzten Samstag zum ersten Mal mit 4 anderen Vätern zum Väter-Pekip zusammentraf.


Bepackt mit Henry und sieben Sachen in der Tasche machte ich mich auf den Weg und durfte am Zielort erstmal 3 Stockwerke die Treppe hochlaufen. Da merkt man wieder mal, wie anstrengend so ein paar Stunden mit dem Kleinen sein können. Oben dann gleich die Schuhe aus- und die Trainingshose angezogen. Im eigentlichen Pekip-Raum waren gefühlte 30°C Temperatur - denn bei Pekip sind die Babys alle nackt! Das gibt mit Sicherheit einigen Lesern zu denken und mir ging es anfangs auch nicht anders. Aber die Kleinen sollen sich voll entfalten können und in ihrer ganzen Natürlichkeit über den Boden krabbeln.


Wir haben dann erstmal eine kurze Vorstellungsrunde gemacht. Geleitet wird das Ganze von Sylvia, die auch den Mama-Pekip macht und alle Kinder kennt. Und selbstverständlich wird bei solchen Sachen immer auch gesungen. Da freuen sich die Papas natürlich und singen lauthals mit, also zumindest die wenigen Kinderlieder, die wir auswendig kennen. Die Kleinen durften die ganze Zeit über die Matten am Boden krabbeln und mit allerhand Spielzeug hantieren - Henry hatte sofort den Steh-auf-Clown an sich gerissen und nicht wieder hergegeben. Nach einiger Plauderei und mehrmaligem Pipi-Wegwischen war die Zeit dann auch fast schon vorüber. Alle Kinder waren brav und haben miteinander (oder eigentlich eher alleine) gespielt.


Und dann kam Henry, der Haudegen, durch: nachdem er Lorena erst einen Kuss gegeben hatte, womit er sich bei den anderen Papas gehörigen Respekt verschafft hatte, krabbelte er auf sie zu und hob seine Hand zwischen ihre Zöpfe. Und ehe ich ihn davon abhalten konnte, zog er an Lorenas Haaren, worauf sie ganz fürchterlich anfing, zu heulen. Aber so ist er eben, unser Kleiner: wenn man schon nicht mit der Trinkflasche auf den Tisch hauen oder der Mama an den Haaren ziehen kann, dann muss man eben andere Mädchen ärgern. Hinterher habe ich dann von meiner Frau erfahren, dass die Mütter vereinbart hatten, auf die eigenen Kinder aufzupassen und gegebenenfalls auch andere Babys von Zwischenfällen abzuhalten - da müssen wir Papas wohl noch etwas mehr üben.


Nach einem uns Vätern völlig unbekannten Abschlusslied durften wir die Kleinen dann wieder anziehen. Kurze Verabschiedung, Henry ins Auto gesetzt und ab nach Hause. 


Fazit: es war ganz spannend, die Kleinen miteinander beobachten zu können. Alles in Allem war das ein schöner Samstag Nachmittag und ich wäre beim nächsten Väter-Pekip auf jeden Fall wieder dabei!


Mittwoch, 25. November 2009

Fliegender Henry



Wenn man Henry eine richtig große Freude bereiten will, dann gibt es einen ganz einfachen Trick: man hält ihn vor sich unter den Armen fest, hebt ihn hoch und wirft ihn hoch in den Himmel mit einem lauter werdenden "Uiiiiiih" oder "Sssssss". Dann hat man die unbeschreiblich schöne Gelegenheit, sein unbeschreiblich schönes Lachen zu sehen.
Jetzt benötigt es noch etwas Konzentration - man darf sich auf keinen Fall ablenken lassen und wegschauen - und dann landet Henry wieder sicher in den Armen.

Das ganze Spiel kann nun von vorne beginnen und beliebig lang wiederholt werden. Er kann findet das so lustig, dass er mit wachsender Begeisterung immer witziger wird und die tollsten Töne dabei macht.

Das Beste an der ganzen Sache: man spart sich das Fitnessstudio, denn Henry ein paar mal in die Luft zu werfen, geht ganz schön auf die Muskeln. Abgenommen habe ich deswegen aber trotzdem noch nicht.

Samstag, 14. November 2009

Rhythmusgefühl

Alle Eltern sind der Meinung, ihr Kind sei das schönste, beste und tollste der ganzen Welt. Das scheint von Mutter Natur so gemacht worden zu sein und das ist auch gut so. Trotzdem muss ich als anerkannter Universalwissenschaftler ganz sachlich und objektiv feststellen, dass Henry tatsächlich das schönste, beste und tollste Kind der ganzen Welt ist!

Henry zeigt jetzt mit seinen 9 Monaten das erste Rhythmusgefühl und hat sogar schon ein Lieblingslied. Immer wenn "Oh Jonny" von Jan Delay im Radio oder Fernseher gespielt wird, zaubert sich ein breites Lächeln auf sein Gesicht. Henry schaut uns dann ganz verzückt an und schlägt mit der Hand im Takt auf den Boden oder den Tisch oder eben dorthin, wo er sich gerade befindet.

So etwas macht einen als Vater mehr als Stolz! Man kann kaum glauben, wie rasant sich so ein kleines Menschlein und seine Fähigkeiten entwickeln.

Ich bin schon ganz gespannt, wann Henry die nächsten musikalischen Überraschungen präsentieren wird. Tanzen, singen, pfeifen oder vielleicht gleich etwas komponieren?

Jedenfalls werde ich sofort Geld sammeln für ein Schlagzeug und einen Flügel für das Musikzimmer mit der hellen Fensterfront zum Garten vor der Bibliothek. Dann brauchen wir nur noch die passende Villa dazu.

Sonntag, 1. November 2009

Ungestörte Zeit

Als Papa ist man ja nicht nur beruflich eingespannt, sondern hat als moderner Mann auch das Bestreben, die eigene Ehefrau zu unterstützen und ihr Arbeit mit dem Nachwuchs abzunehmen. Uns Vätern bleibt also nicht mehr viel Zeit, um uns um all die Dinge zu kümmern, die wir aus tiefstem Ansporn ständig so gerne machen würden.

So bleibt beispielsweise die Steuererklärung Monate lang auf dem Schreibtisch liegen. Versicherungsdokumente stapeln sich einen halben Meter hoch. Und schließlich vermitteln einem die ganzen ungeöffnete Briefe das Gefühl, es könnten sich schreckliche Nachrichten darin verbergen - wohl wissend, dass es sich dabei ausschließlich um Info-Post aufdringlicher Versandfirmen handelt. "Herzlichen Glückwunsch. Sie erhalten heute Ihre ganz persönliche Xyz-Card."

Wann also sollen wir Papas uns um diese ganzen spannenden Sachen kümmern? Ganz einfach, so wie ich es gerade gemacht habe: man wartet einfach, bis Frau und Kind Abends eingeschlafen sind, schleicht sich heimlich ins Büro und werkelt vor sich hin. Irgendwann ist es dann halb 3 Uhr morgens und ein Großteil ist erledigt.

Und Henry war diese Nacht glücklicherweise so brav, dass er sich bislang nicht gemeldet hat. Das wird er vermutlich dann gleich tun, nachdem ich mich ins Bett gelegt haben werden.

Ergebnis meiner nächtlichen Büroaktion: sieben unbrauchbare Vorteils-Kunden-Irgendwas-Karten in der Schublade verschwinden lassen, ein paar Schweizer Franken vom letzten Schweiz-Besuch gefunden, einen €10 Tankgutschein entdeckt, unzählige Blätter auf 13 Ordner verteilt, die Steuererklärung abgeschlossen, einen halben Pampers-Karton Altpapier erzeugt und dabei 4 Alben verschiedener Musiker gehört. Also alles in allem ein voller Erfolg.

Tipp des Tages: man sollte das nicht zu oft machen, da einen am nächsten Tag die Müdigkeit einholt.

Musik-Tipp des Tages: Bairisch Diatonischer Jodel-Wahnsinn - Aus tiefster Brust. Grandiose, bayrische, ehrliche Musik. Aber Vorsicht: man muss das ertragen können!

Gute Nacht,
Papa Bless